, TTIP, Ceta, NAFTA…bitte was?!
Kategorien: StädteRegion Aachen

TTIP, NAFTA, Ceta…bitte was?!

In den letzten Wochen und Monaten fallen in den Nachrichten oft die Begriffe eines Freihandelsabkommens zwischen den USA und der EU. Erst letzte Woche hat EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso eine Erklärung unterschrieben, die eine fünfjährige Verhandlung über das Freihandelsabkommen zwischen EU und Kanada beschließt.

Doch wieso strebt die Europäische Union solche Abkommen mit großen Industrienationen an? Nutzt solch ein Freihandel auch den Bürgern? Oder schadet es?

TTIP steht für Transatlantic Trade and Investment Partnership und regelt den Handel zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten (USA). Unter diesem Begriff sind viele verschiedene Bereiche des Handels zusammengefasst. Ein wichtiger und großer Bestandteil, der die Wirtschaft und Industrie in beiden Ländern fördern soll, ist der Abbau Zöllen (sogenannten tarifäre Hindernisse). Hier könnten 1 Milliarde Euro gespart werden. Die Politik verspricht sich davon geringere Preise für die Verbraucher und eine steigende Wirtschaftsleistung der EU. Neben den Zöllen gibt es sogenannte nicht-tarifäre Hindernisse. Sowohl in den USA als auch in der EU gibt es viele technologische Standards, die unterschiedlich bezeichnet sind, aber das gleiche Ziel verfolgen. Als Beispiel: die Rückspiegel in den USA haben eine andere Größe als in der EU, jedoch ist das Ziel klar definiert, nämlich eine ausreichende Sicht nach hinten zu haben. Solche Standards sollen vereinheitlicht werden. Ein weiteres Ziel ist des TTIP ist eine Schaffung von internationalen Normen in Umwelt, Arbeit und Verbraucherschutz. Ein großer Aufhänger der Medien und Aktivisten waren und sind die Chlorhühnchen, welche in den USA produziert werden. Solche Hühnchen, die mit Chlor versetzt sind, dürfen in der EU nicht verkauft und importiert werden. Gegner des TTIP-Abkommen sehen die Gefahr, dass letztlich solche Lebensmittel in Deutschland verkauft werden.

Nicht nur die Gefahr, dass solche Hühnchen in die EU importiert werden können, sondern auch die Verhandlungen hinter verschlossenen Türen führen dazu, dass mittlerweile mehr als 1 Million Menschen gegen des Abkommen unterschrieben haben und dagegen protestieren.

Auf der einen Seite verspricht sich die EU eine enorme Wirtschaftssteigerung. Die Industrie soll wesentlich mehr exportieren können und so einen größeren Umsatz machen. Das würde dazu führen, dass neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Auf der anderen Seite könnte der Verbraucherschutz sehr stark darunter leiden. Neben Chlorhühnchen könnte auch Lebensmittel, die gentechnisch verändert sind, in unsere Läden kommen.

Die Freihandelsabkommen sind nicht nur Themen für die Politiker sondern auch für euch! Jeder sollte wissen, was sich hinter dem Begriff TTIP, Ceta, etc. verbirgt und sich auch damit auseinandersetzen! Also informiert euch und nehmt Stellung dazu!

StädteRegion Aachen

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert. Der Inhalt dieses Projektes gibt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Europäischen Union oder der Nationalagentur JUGEND für Europa wieder und sie übernehmen dafür keine Haftung.


StädteRegion Aachen