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#blacklivesmatter

Beiträge mit dem Hashtag #blacklivesmatter bestimmen aktuell unseren Social Media-Feed, der #blackouttuesday färbte unzählige Posts schwarz und Fotos und Videos mit einer Trigger-Warnung, die Polizeigewalt, Rassismus und die Aufstände dagegen zeigen, gehen gerade tagtäglich um die Welt.
Die Tötung des Afroamerikaners George Floyd am 25. Mai 2020 in Minneapolis im US-Bundesstaat Minnesota löste einen weltweiten Aufschrei aus und sorgt seither für Unruhen und Proteste auf der ganzen Welt. Dabei entladen sich Spannungen, die seit Jahrzehnten befeuert werden. Schließlich ist Rassimsus kein neuartiges Phänomen und Polizeigewalt hat alleine in den USA in der Vergangenheit bereits eine lange Liste von Leben gekostet. Deshalb geht es bei vielen Demonstrationen auch um die Initiative #saytheirnames, denn kein Opfer dieser Gewalt und dieses Hasses soll vergessen werden und die Erinnerung an jede_n Einzelne_n soll uns wachrütteln.

Foto: Unsplash (Frankie Cordoba)

Egal ob 8:46 Minuten langes gemeinsames Schweigen bei einer „Silent Demo“ oder lautstarke Proteste – die verschiedenen Formen der Demonstration verfolgen aktuell die gleichen Ziele: Forderungen nach einem Systemwandel, nach strenger Gesetzgebung und Einschränkungen für die Polizeiarbeit gegen Racial Profiling, Forderung nach Schutz vor struktureller Diskriminierung. Es geht um Gerechtigkeit und Veränderung.
Jede_r von uns soll nun Teil dieser Veränderung sein und aktiv werden. Dazu rufen nicht nur bekannte Persönlichkeiten, sondern auch Menschen aus unserem privaten Umfeld jetzt auf Social Media auf.
Dagegen ist auf den ersten Blick nichts einzuwenden und sie setzen sich ja ohne Zweifel für eine gute Sache ein. Es steht uns natürlich auch allen frei, was wir in den sozialen Netzwerken teilen und veröffentlichen und wir können dort nach Lust und Laune unsere Meinungen und Einstellungen nach außen tragen.
Dabei sollten wir allerdings nicht vergessen, uns unsere Meinung fundiert zu bilden, Quellen zu überprüfen und Postings zu hinterfragen. Unreflektiert und ungefiltert alle möglichen Statements, Videos und Take-Action-Angebote zu verbreiten und sich selber mit Journalist_innen, Expert_innen und Wissenschaftler_innen auf eine Stufe zu stellen, bringt uns definitiv nicht weiter.
Genauso wenig, wie es Teil der Lösung ist, mit dem Finger auf andere zu zeigen und zu behaupten, sie seien Teil des Problems, nur weil sie nicht genauso viele Insta-Storys zu dem Thema reposten wie man selber vielleicht. Es gibt nämlich keine Patent-Lösung dafür, wie wir uns nun zu verhalten haben und was richtig und was falsch ist. Dieses Entweder-Oder-Denken vergisst so viele Facetten und Abstufungen von Engagement und Veränderung. Wir müssen jetzt nicht alle plötzlich Aktivist_innen werden und intimste Gedanken mit der Internet-Öffentlichkeit teilen. Wir können alle für uns entscheiden, wie wir auf diese grausamen Umstände reagieren können und möchten, und es ist niemand pauschal Teil des Problems oder im Unrecht, nur weil er oder sie nicht seit der Gründung der Bewegung „Black Lives Matter“ 2013 aktiv mit dabei ist. Wir dürfen trotzdem alle auch jetzt „erst“ unsere Stimme erheben und wir dürfen uns eben auch genauso gut auf Social Media zurückhalten.
Trotzdem ist der Hype dieser Bewegung gerade natürlich sehr wichtig und von großer politischer Bedeutung. Schließlich ist es nicht tragbar, dass im Jahr 2020 überhaupt noch daran erinnert werden muss, dass „schwarze Leben zählen“…

von Diana Bärenz

StädteRegion Aachen

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert. Der Inhalt dieses Projektes gibt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Europäischen Union oder der Nationalagentur JUGEND für Europa wieder und sie übernehmen dafür keine Haftung.


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