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US-Wahlen

Bildquelle: Adobe Stock

Wie kann es sein, dass Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden konnte, obwohl die Mehrheit der Amerikaner_innen für Hilary Clinton gestimmt hat?
Und was bedeutet das für die morgige Präsidentschaftswahl?

Das US-Wahlsystem wirkt kompliziert – und das ist es auch. Dennoch wollen wir versuchen euch in diesem Blogbeitrag, das amerikanische Wahlsystem zu erklären.

Die Vorwahlen

Bevor die eigentlichen Präsidentschaftswahlen stattfinden, bewerben sich parteiintern, sowohl bei den Demokraten, als auch bei den Republikanern einzelne Kandidat_innen um die Präsidentschaftskandidatur.
In dieser ersten Phase des amerikanischen Wahlkampfes schärfen die Parteien ihr Profil stellen ihre_n Präsidentschaftskandidat_in auf.
Die Besonderheit bei der Kandidat_innenaufstellung ist, dass die Amerikanerinnen und Amerikaner selbst wählen können, wen die Parteien als ihren Präsidentschaftskandidat_innen aufstellen sollen. Allerdings kann jeder Bundesstaat diese Wahlen selbst organisieren.

Neben den regionalen Unterschieden der Wahlberechtigungen ist auch der Wahltag in jedem Staat ein anderer. Einige Staaten haben sich allerdings zusammengeschlossen und lassen die Primarys/Caucuses an dem sogenannten „Super Tuesday“, einem Dienstag im März stattfinden. Anhand der Ergebnisse der Abstimmungen des „Super Tuesdays“ stellen sich meist schon die favorisierten Kandidat_innen  heraus.

Zudem ist zu bemerken, dass bei den Vorwahlen nicht die einzelnen Kandidaten selbst gewählt werden, sondern lediglich Delegierte für den Parteitag, welche die einzelne Kandidat_innen unterstützen.

Norminierungsphase

Um Präsidentschaftskandidat_in einer Partei zu werden bedarf es mindestens die Hälfte aller Stimmen des Parteitages. Da sich allerdings in der Regel mehr als nur zwei Kandidat_innen zur Wahl stellen, wird dieses Ergebnis meist  nicht bei dem ersten Norminierungsparteitag erzielt.
Im Anschluss wird parteiintern, begleitet von öffentlichen Debatten über die Präsidentschaftskandidatur verhandelt und die Kandidat_innen mit der niedrigsten Erfolgsaussichten treten nach und nach zurück.
Die Wahlen auf den  Parteitagen werden so oft wiederholt, bis ein Kandidat die nötige Unterstützung erhält. Nach dem ersten Parteitag sind die Delegierten nicht mehr dazu verpflichtet, für den Kandidaten zu stimmen, den sie ursprünglich unterstützt haben.

Der Hauptwahlkampf

Nachdem die Präsidentschaftskandidat_innen nominiert wurden beginnt der Wahlkampfendspurt – das Duell zwischen Republikanern und Demokraten. Ob TV-Wahlkampf, Haustürwahlkampf, große Veranstaltungen in Arenen oder Social Media Kampagnen – jeder Kandidat versucht die unterschiedlichsten Wählergruppen für sich zu gewinnen. Für den Haustürwahlkampf finden sogar parteiinterne Schulungen statt, um die Parteimitglieder bestmöglich auszubilden.
In keinem anderen Land wird so viel Geld für den Wahlkampf ausgegeben, wie in den USA.
Besonders viel Geld und Mühe wird im Wahlkampf in die sogenannten „Swing States“ investiert, in denen es keine klare demokratische oder republikanische Mehrheit gibt.

Die finale Präsidentschaftswahl

Wie bei den Vorwahlen auch, organisiert jeder Bundesstaat die Präsidentschaftswahl selber. Um wählen zu können, muss man sich vorher registrieren lassen, da es in den USA kein allgemeines Einwohnermeldeamt gibt, wie in Deutschland. Die Bedingungen für die Wählerregistrierung unterscheiden sich ebenfalls von Staat zu Staat.
Abgesehen davon unterscheiden sich auch die Wahlmöglichkeiten in jedem Bundesstaat. In Oregon beispielsweise ist nur Briefwahl möglich. In anderen Staaten wiederrum ist gar keine Briefwahl möglich. North Carolina ist der einzige Staat, in dem man wie in Deutschland mit seinem Personalausweis zur Urne gehen kann.

Zudem wird nicht der Präsident gewählt, sondern Wahlfrauen und Wahlmänner für das Repräsentantenhaus, diese unterstützen den jeweiligen Präsidentschaftskandidaten. Bei der Wahl der Wahlfrauen und –männer gilt das Prinzip „winner takes all“.
Insgesamt sitzen 538 Abgeordnete im Repräsentantenhaus. Diese werden in den jeweiligen Bundesstaaten gewählt. Jeder Bundesstaat wählt entsprechend der Einwohnerzahl unterschiedlich viele Wahlmänner und –frauen. Wenn in einem Bundesstaat, wie Winsconsen, wie bei der letzten Wahl 47,2% republikanisch und 46,5% demokratisch wählen, gehen alle 10 Wahlfrauen und –männer an die Republikaner. Die demokratischen Stimmen verfallen sozusagen und spiegeln sich nicht in der Sitzverteilung des Repräsentantenhauses wieder.
Dies ist der Grund, weshalb die „Swing States“ so entscheidend sind und Donald Trump 2016 Präsident der Vereinigten Staaten werden konnte, obwohl er mit 63 Millionen totalen Stimmen weniger Wähler_innen hatte, als Hillary Clinton mit 66 Millionen totalen Wählerstimmen.

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Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert. Der Inhalt dieses Projektes gibt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Europäischen Union oder der Nationalagentur JUGEND für Europa wieder und sie übernehmen dafür keine Haftung.


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