, Der Tag gegen Antisemitismus
Kategorien: StädteRegion Aachen

Tag gegen Antisemitismus

Heute vor 82 Jahren fand die Reichspogromnacht statt. Die Nazis setzten Synagogen, jüdische Einkaufsläden oder Wohnhäuser etc. in Flammen. Die Pogrome fanden im gesamten Deutschen Reich statt, außerdem brannten Synagogen in Österreich und in der Tschechoslowakei. Der 09. November stellt den Auftakt für einen der größten Völkermorde der Geschichte dar.

Aber nicht nur in der NS-Zeit war Antisemitismus in Deutschland verbreitet, sondern seine Anfänge liegen schon im Mittelalter. Nicht jedem ist bekannt, dass Antisemitismus auch heute noch in unserer Gesellschaft weit verbreitet ist.

Der Begriff Antisemitismus entstand im späten 18. Jahrhundert. Wichtig dabei ist, dass die negativ Konjunktion erst um 1880 entstand. Zuvor stand das Wort „Semit“ für die Menschen und die Kultur die mit der Weltreligion des Judentums verbunden waren. Erst als die Rassenlehre im deutschen Reich entstand, bekam das Wort den Zusatz „Anti“. Das Wort „Antisemit“ bezog sich nur auf die jüdische Bevölkerung. Der moderne Antisemitismus teilt sich in folgende Facetten auf: der klassische Antisemitismus, transformierte Antisemitismus, Israelkritik und der separationistische Antisemitismus.

Was ist eigentlich Antisemitismus? Nach Polak ist „Antisemitismus keine Feindseligkeit gegen Juden, wie sie real existieren, sondern gegen das Bild von Juden, wie es über Jahrhunderte durch antisemitische Ideologien konstruiert wurde“. Dies heißt, dass auch der heutige Antisemitismus auf einem tradierten, konstruierten Bild über „die Juden“ basiert. So werden alle Juden als homogene, gleiche Gruppe gesehen und ihnen bestimmte Eigenschaften zugeschrieben. In dieser Denkweise nimmt „der Jude“ oder das Judentum die Rolle des Sündenbocks ein. Somit wird er beispielsweise für Wirtschaft- oder Finanzkrisen verantwortlich gemacht.

Im klassischen Antisemitismus wird behauptet, dass Juden zu viel Einfluss haben und ihnen unterstellt, sie seien durch ihr Verhalten an ihrer Verfolgung mitschuldig.

Es gibt aber auch Antisemitismus, welcher dem „Zeitgeist“ angepasst ist. Oftmals wird dieser auch als Transformierter Antisemitismus bezeichnet. Der Vorwurf, dass Juden aus der Vergangenheit Vorteile ziehen und sich dadurch profilieren ist dabei zentral. Zusätzlich fordern Anhänger einen radikalen Schlussstrich unter die Vergangenheit bzw. ein Ende der Erinnerungskultur.

Auch Israelkritik, kann eine Facette des modernen Antisemitismus sein. Hier wird Kritik an dem Statt Israel mit alten antisemitischen Stereotypen verbunden. Dabei dient die Kritik an Israel, aber auch als Legitimation für die antisemitische Denkweise.

Egal um welche Art von Antisemitismus es sich handelt, Antisemitismus ist eine grundlegende Haltung zur Welt. Antisemitismus existiert auch nach 1945 und sogar bis heute in Deutschland.

Es ist wichtig, dass man egal bei welcher Form von Antisemitismus nicht wegschaut. Der Holocaust ist ein mahnendes Beispiel für die gesamte Welt. Falls Du etwas gegen Antisemitismus und Rassismus tun möchtest, schau ins Handlungskonzept gegen Rassismus.

StädteRegion Aachen

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Union durch das Programm JUGEND IN AKTION finanziert. Der Inhalt dieses Projektes gibt nicht notwendigerweise den Standpunkt der Europäischen Union oder der Nationalagentur JUGEND für Europa wieder und sie übernehmen dafür keine Haftung.


StädteRegion Aachen